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Rap als Lebensgefühl

Je rappe et je mate


Eine Hand die Kamera halt gebietet

Nächster Sendetermin:
Sendetermin noch nicht festgelegt.

Mediennummer:
4283813 (D, VHS) / 4283814 (F, VHS) / 4681935 (D, DVD) / 4683096 (F, DVD)

„Rap“ oder „HipHop“ in Frankreich und in Deutschland.

Mitte der 80er Jahre schwappte die Musik der amerikanischen Ghettokinder von New York nach Europa. Kulturimport aus den USA. In Deutschland wie in Frankreich hießen die großen Vorbilder: Sugar Hill Gang, Grand Master Flash, Run DMC und Public Enemy.

In Frankreich entwickelte sich in kürzester Zeit ein ganz eigener französischer Rap - und der kam aus den Vorstädten, aus der Banlieue. Die Einwandererkinder entdeckten im Rap eine neue kulturelle Identität. Im „verlan“ und „argot“, dem Slang der Vorstädte, erzählten sie von ihren Problemen und Erfahrungen. Die neuen Stars hießen MC Solaar, NTM und I AM.

Der deutsche Rap tat sich am Anfang schwer. Deutsche Texte zum Ghettoblaster - irgendwie ging das nicht zusammen. Erst Die Fantastischen Vier machten vor, dass man nicht nur auf Englisch rappen kann. Sie brachten den Stein ins Rollen - im Schwabenland, in Berlin, Hamburg und Hessen - inzwischen wird überall auch auf Deutsch gerappt.

Die französische Journalistin von Passe-partout hat sich in Stuttgart umgesehen. Sie sprach mit der Rapperin Cora E. und begleitete sie bei Aufnahmen für ihr erstes Album „Corage“, das im Februar 98 herauskommen wird. Über Graffiti und Breakdance kam Cora E. zum Rap, in dem sie ihr Talent am besten zu verwirklichen glaubt. Der Rap gibt ihr auch die Möglichkeit, sich mit ihrer persönlichen Geschichte auseinander zusetzen: „Ich komm' aus einer Mittelschicht“ heißt es in ihrem Song „Schlüsselkind“, in dem sie von ihrer Kindheit erzählt.

Die deutsche Journalistin von Passe-partout traf den in Paris lebenden Rap-Musiker Passi. Er hat gerade sein erstes Soloalbum auf den Markt gebracht.
Passi ist 1972 im Kongo geboren. Mit sieben Jahren kam er mit seinen Eltern nach Paris. Er wuchs in der „Banlieue“ auf und begann in einer Vorstadt-Clique - gemeinsam mit anderen afrikanischen Jugendlichen - Rap-Musik zu machen.

In Paris stellte er dem deutschen Fernsehteam Menschen und Orte vor, die für seinen bisherigen Weg wichtig waren. In den Aufnahmestudios von Sony Paris trafen sie Musiker der alten Clique; bei einem freien Radiosender kam es spontan zur „free style session“.

Passi und Cora E.: unterschiedliche soziale Hintergründe, unterschiedliche Vorstellungen vom Rap - ein anderes Lebensgefühl?
Einzelbeispiele oder symptomatisch für den deutschen bzw. französischen Rap?
Ob sie soziale Konflikte oder Beziehungsprobleme besingen, eines haben die Rapper in Deutschland und in Frankreich jedenfalls gemeinsam: gerappt wird in der landeseigenen Sprache, Deutsch bzw. Französisch - akrobatische Wortspiele, in denen Poesie, Witz und Gefühl zum Ausdruck kommen.