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Frauen im Straßenverkehr: Geringere Unfallbeteiligung und seltener schuld an Unfällen als Männer
Das Statistische Bundesamt hat in einer Sonderauswertung die Beteiligung von Männern und Frauen an Straßenverkehrsunfällen analysiert. Dabei wurde folgendes festgestellt: 1996 verunglückten in Deutschland 209.291 Frauen und 291.466 Männer im Straßenverkehr. Bei den Getöteten sind die Unterschiede zwischen den beiden Geschlechtern noch größer: An den Unfallfolgen verstarben 2.319 Frauen und 6.432 Männer - das entspricht fast einem Verhältnis von 1:3. Damit waren 42% aller Verunglückten und 26% aller Getöteten weiblichen Geschlechts. Der Anteil der Frauen an der Gesamtbevölkerung beträgt 51%.
In allen Altersgruppen - von den Kindern bis zu den Senioren - haben die Männer bezogen auf die jeweiligen Bevölkerungszahlen ein höheres Unfallrisiko als die Frauen. Je 100.000 Einwohner (der jeweiligen Altersgruppe und des Geschlechts) verunglückten im Straßenverkehr: 415 Jungen und 314 Mädchen unter 15 Jahren, 1.523 bzw. 953 15- bis 18jährige Männer und Frauen, 2.032 bzw. 1.391 18- bis 25jährige, 674 bzw. 497 25- bis 65jährige sowie 313 bzw. 227 über 65 Jahre.
Die Mehrheit der Verunglückten kam im PkW zu Schaden, nämlich 71% der verunglückten Frauen und 58% der verunglückten Männer. Die Männer saßen dabei häufiger selbst am Steuer, sie verunglückten zu 75% als Fahrer des PkW, Frauen zu 54%.
31% der an Straßenverkehrsunfällen mit Personenschaden beteiligten PkW wurden 1996 von Frauen gesteuert. PkW-Fahrerinnen trugen dabei nicht so häufig die Hauptschuld am Unfall, in den sie verwickelt waren, wie die PkW-Fahrer. 55% der unfallbeteiligten Männer waren Hauptverursacher eines Unfalls mit Personenschaden gegenüber 51% der unfallbeteiligten Frauen.
Unfälle, die von PkW-Fahrerinnen verursacht wurden, waren zudem meist weniger folgenschwer als die von PkW-Fahrern. Je 1.000 Unfälle mit Personenschaden, bei denen eine Frau Hauptverursacherin war, verunglückten insgesamt 1.392 Personen, davon wurden 14 Personen getötet, 278 schwer- und 1.100 leichtverletzt. Bei den von PkW-Fahrern verursachten Unfällen verunglückten 1.425 Personen je 1.000 Unfälle mit Personenschaden, davon wurden 29 Personen getötet, 317 schwer- und 1.079 leichtverletzt.
Bei beiden Geschlechtern stellte die Unfallursache „nicht angepasste Geschwindigkeit“ das häufigste Fehlverhalten dar, diese wurde mit 18% den männlichen Autofahrern von der Polizei aber erheblich häufiger vorgeworfen als den Autofahrerinnen mit 12%. Frauen fielen im Vergleich zu den Männern seltener durch „Alkoholeinfluss“ (1,5% zu 6,6%) sowie durch „Fehler beim Überholen“ (1,8% zu 3,0%) auf; sie begingen dagegen häufiger Vorfahrts-/Vorrangfehler (12% zu 10%) sowie „Fehler beim Abbiegen, Wenden etc.“ (10% zu 9,5%) als die männlichen PkW-Fahrer.
Frauen waren im Vergleich zu Männern häufiger mit leistungsschwächeren Fahrzeugen in Unfälle verwickelt. 19% der unfallbeteiligten Frauen fuhren einen PkW mit einer Motorleistung unter 40 kW (54 PS), dagegen waren dies nur 7,8% der Männer. Am Steuer eines PkW mit über 90 kW (122 PS) Motorleistung saßen nur 7,9% der Frauen, jedoch 16% der Männer.
Weitere Ergebnisse der Sonderauswertung sind in der Broschüre „Unfälle im Straßenverkehr 1996 nach dem Geschlecht“ enthalten, die gegen eine Schutzgebühr von 4,- DM zuzüglich Porto beim Statistischen Bundesamt unter der Telefonnummer 0611/75-2498 angefordert werden kann.
Quelle: Statistisches Bundesamt - Mitteilung für die Presse.
Im Internet: http://www.destatis.de/presse/deutsch/pm1998/p0350191.htm

Quelle: http://www.autobuch2000.de/ (dort: Frauen und Autos)