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Auto Visionen
En voiture Simone!
Materialien
Sage mir, was du fährst...
Ob Politiker, TV-Star oder Top-Manager: Alle wollen ein gutes Image (gesprochen: Immätsch). Ganze Berufsstände leben davon (Imageberater), Werbebotschaften sind ihm gewidmet (Imagekampagnen). Dabei ist Image nicht mehr als der neudeutsche Ausdruck für das Ansehen, das man in den Augen anderer genießt. Nicht nur Menschen haben einen guten oder schlechten Ruf, auch Automarken oder einzelne Modelle. [...]
- Alfa:
- Seine Besitzer gelten immer noch als sympathische Individualisten. Beste Werte aller Italiener.
- Audi:
- Früher ein Opa- und Familienauto, heute bei Sicherheit und Umwelt auf Platz 3 der Imageskala, bei Sportlichkeit immerhin Platz 4. Unterstellte Berufe der Audi-Fahrer: Anwalt, Manager, Bankdirektor. Aber: Acht Prozent der Befragten fallen bei Audi die Rentner als typische Fahrer ein.
- BMW:
- Kopf-an-Kopf-Rennen mit Mercedes um die Spitze in der Gunst der Deutschen. Wer im Berufsleben als agiler und aufstrebender Mensch gelten will, muss BMW fahren. Manko: Fast 37 Prozent sehen BMW-Fahrer als Raser. Berufe: Werbeleute, Trendsetter, Freiberufler und Karrierefrauen.
- Chrysler:
- Der US-Riese hat noch kein Image in Deutschland.
- Citroën:
- Im Ansehen bester Franzose. Immer noch die typische Automarke der Intellektuellen und der Studenten (2 CV).
- Ferrari:
- Der Traumwagen schlechthin (für die Männer), die meisten denken bei Ferrari an Motorsport, an Prominenz, einige der Befragten nannten auch den „Berufsstand“ Zuhälter.
- Fiat:
- Die kleinen Modelle stehen gut da, gelten als freche, praktische Sparmobile. Für 15 Prozent sind sie allerdings auch Verkehrshindernisse. Typisches Auto für die Hausfrau (Platz 2 hinter VW) oder Studenten.
- Ford:
- Kaum Nennungen, wenn es um Begriffe wie Erfolg, Eleganz oder Lebensart geht. Dagegen weit oben bei den Familienvätern, Hausfrauen, Lehrerinnen. Immerhin 20 Prozent nennen Ford als typisches Auto für Arbeitslose. Kein Image bei Erfolgsmenschen.
- Honda:
- Früher die japanische Edelmarke, heute kaum im Imagebewusstsein der Deutschen.
- Hyundai:
- Trotz Werbeanstrengungen (noch) kein Image in Deutschland.
- Jaguar:
- Eleganz, Stil und Lebensart fallen den Deutschen zu diesem Thema ein. Aber auch Symbol für Verschwendung.
- Mazda:
- Der Roadster MX-5 wandelte das biedere Image in ein positives. Berufe: Vertreter oder Makler, die nicht als Abzocker gelten wollen.
- Mercedes:
- Für viele immer noch das „beste Auto der Welt“. Seine Besitzer haben Erfolg, fahren mit der größtmöglichen Sicherheit, sind gelassen und überlegen. Ärzte, Anwälte, Politiker, Bankdirektoren vermutet man am häufigsten in einem Mercedes. Daher kommt auch der Ruf als „Bonzenfahrzeug“. Unterm Strich eher ein Auto für die reifere Generation. Wer dagegen dynamisch ist und vorwärtsstrebt, wählt eher BMW.
- Mitsubishi:
- Siehe Chrysler
- Nissan:
- Nur geringer Aufmerksamkeitswert in Deutschland. In Sachen Image noch ein Zwerg.
- Opel:
- Kein Auto für Erfolgstypen, aber das deutsche Familien- und Rentnermobil. Auch die typische Hausfrau wird oft in einem Opel vermutet. Seine Fahrer gelten als ruhig und gelassen, wenig dynamisch. Für 8 Prozent der Befragten ein häufiges Verkehrshindernis.
- Peugeot:
- Für einige ein Zeichen für Individualität. Beliebt bei den Deutschen, aber ohne Ansehen.
- Porsche:
- Rollender Traum, der Eleganz, Energie und Sympathie assoziiert. Die Flitzer gelten aber auch als Angeberauto. Der typische fahrbare Untersatz für Zahnärzte, Manager und Werbeleute.
- Renault:
- Nummer eins in Sachen Image bei den Importeuren. Gut für intellektuelle Familienväter - Twingo und Co. gelten als jugendlich und ideal für Frauen.
- Toyota:
- Trotz vielbeachteter Werbung (sprechende Tiere) kein besonderes Ansehen. Ein Auto für Menschen, die auf Image pfeifen.
- Volvo:
- Sicherheit aus Schwedenstahl - der Uraltwerbespruch ist noch immer in den Köpfen. Mehr Image? Fehlanzeige!
- Volkswagen:
- Spitze bei Umweltschutz, Sympathie (Platz 2 hinter BMW) und Understatement. Aber auch viele Raser werden in einem VW vermutet (liegt wohl am GTI). Umgekehrt für 14 Prozent ein Verkehrshindernis (der Käfer lasst grüßen). Das ideale Familienauto, das aber auch Rentner mögen. Stark bei Studenten, Haus- und Karrierefrauen. Eigentlich ein klassenloses Auto, in dem man sich sehen lassen kann.
Quelle: Bild am Sonntag vom 27.04.1997
Fragen / Arbeitsaufträge
- Vergleichen Sie diesen Text mit dem vorigen. Inwiefern bestätigt sich in dieser Studie Professor Stöckers Aussage, ein Konzernchef führe nie einen Kleinwagen?
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