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So sehen sich Nachbarn
Clichés et idées reçues
Tipps zur Arbeit mit der Sendung im Unterricht
Didaktische Vorüberlegungen
Die Passe-partout-Sendung „So sehen sich Nachbarn / Clichés et idées reçues“ ist - abweichend von den folgenden - nicht thematisch einem Aspekt des gesellschaftlichen Lebens gewidmet, sondern bietet eher feuilletonistisch einige hintergründige Betrachtungen über Klischees und überkommene Urteile an: Diskussionsbeiträge, die anregen zum Weiterdenken und Hinterfragen. Am Ende jeder Sequenz steht nicht eine abschließende Zusammenfassung, sondern eine Frage oder ein "provozierendes" Ausrufezeichen. Folglich ist die geeignete Arbeitstechnik weniger das Résumé als die persönliche Stellungnahme, die Diskussion - ganz im Sinne der pädagogischen Leitgedanken für Klasse 11, wonach die Schüler angehalten werden sollen. „Haltungen, Einstellungen und Handlungen im Kontext von religiösen, weltanschaulichen und geschichtlichen Bindungen zu analysieren und zu beurteilen.“ (Bildungsplan Gymn. Bad./Württ.) Die sprachlichen Strukturen in der französischen Fassung sind nicht ganz einfach, der Wortschatz eher speziell, das Sprechtempo sehr schnell. Deshalb eignet sich diese Sendung vor allem zum Einsatz in der Oberstufe (Klasse 11, Grundkurs Jahrgangsstufe 12), jedenfalls nicht vor dem 5. Lernjahr.
Will man die Sendung lediglich als zusätzlichen visuellen Stimulus im Sinne des Methodenwechsels einsetzen, ist das bei verschiedenen Themenbereichen auch in früheren Lernjahren denkbar. So zum Beispiel die Sequenz „Ordnung/ordre“ nach der vergleichenden Behandlung des deutschen und französischen Schulsystems. (Beispielsweise in: Découvertes 3, L.2C; Echanges 3, L.6; Cours Intensif 2, L.2; Etapes 2, Unité2).
Sehr reizvoll wäre ein Einsatz einzelner Teile dieser Sendung auch anlässlich eines Schüleraustauschs. Da die Austausche bei den meisten Schulen eher in früheren Lernjahren stattfinden, müsste hier auf eine intensive sprachliche Behandlung verzichtet werden. Die deutsche Sprachfassung kann in diesem Fall nützlich sein.
Dazu einige Gedanken und Vorschläge: Die naheliegendste Idee wäre, die Anwesenheit der Gastschüler zu einem ähnlichen Experiment zu nützen, wie es in der Sequenz „Effizienz/efficacité“ vorgestellt wird. Je eine deutsche und französische Schülergruppe bekommt die Aufgabe, innerhalb einer vorgegebenen Zeit einen Turm aus Würfelzucker zu bauen. Erst nachdem entschieden ist, wer den höchsten gebaut hat, wird gemeinsam die Sequenz der Sendung betrachtet und mit den eigenen Beobachtungen verglichen. Eventuell könnte man eine zweite Phase mit gemischten Gruppen anschließen und die Schüler selbst beobachten lassen, ob sich an den Lösungsstrategien etwas verändert hat. Nach gemeinsamem Anschauen der Sequenz „Ordnung/ordre“ werden französische und deutsche Schüler aufgefordert, aus ihrem jeweiligen Schulleben Situationen zu beschreiben, die diese Klischees bestätigen bzw. widerlegen.
Vorschläge zur Arbeit mit der Sendung in der Oberstufe
Für die Arbeit mit der Sendung sollten zwei Unterrichtsstunden eingeplant werden. Vor dem Einsetzen des Videos in einem kurzen Vorgespräch mit den Schülern bekannte Klischees und gängige Urteile über die Nachbarn, Deutsche und Franzosen, sammeln. Nun die Sendung in vier Sequenzen behandeln.
Dabei können die ungekannten Vokabeln vorab oder nach dem ersten Einspielen und kurzen Verständnisfragen gegeben werden. Dann zunächst Sequenz um Sequenz behandeln:
1. „Ordnung / ordre“
- Dans les écoles françaises il n'y a pas que les professeurs qui s'occupent des élèves. Quels sont les autres spécialistes et dans quels domaines travaillent-ils?
- En quoi l'école française est-elle réglementée?
- Donnez des exemples.
- Discutez le commentaire du journaliste: "L'ordre n'est pas un privilège allemand."
- Est-ce que vous avez fait des observations en France qui prouvent que les Français sont eux aussi doués d'un bon sens de l'ordre?
- Imaginez des situations dans lesquelles le sens de
l'ordre peut être utile et d'autres situations où il peut nous bloquer.
(Diese Aufgabe evtl. schriftlich zu Hause bearbeiten lassen. Die Beispiele könnten eine gute Einleitung zur Sequenz „Effizienz sein.)
2. „Individualismus / individualisme“
- Avez-vous déjà pratiqué le covoiturage? Quand et pour quelles raisons?
- Dans l'émission, "individualisme" signifie: "une personne par voiture / se débrouiller par ses propres moyens". Et pour vous? Qu'est-ce que vous considérez comme signes d'individualisme? Continuez! Dressez une liste personnelle.
- Quels autres comportements individualistes avez-vous rencontrés chez des Français? Et lesquels chez des Allemands?
3. „Effizienz / Efficacité“
Mein Vorschlag: die Sendung zunächst nur bis zu der Stelle zeigen, an der die Türme gemessen werden, und zwar ohne den Kommentar.
- Décrivez les différentes méthodes de travail dans
les deux équipes. -
- Dans quelle équipe aimeriez-vous travailler? Expliquez pourquoi.
- Quelles sont d'après vous les forces et les faiblesses de chacun des systèmes?
- Est-ce que ces méthodes de travail sont valables aussi dans d'autres domaines?
Nun kann man den zusammenfassenden Kommentar von Jochen Peter Breuer einblenden und mit den Ergebnissen der Schüler vergleichen lassen. Dafür begabte Schüler könnten eigene Karikaturen anfertigen, in denen die Unterschiede zwischen deutscher und französischer Effizienz klischeehaft überzogen thematisiert werden.
4. „Arroganz / arrogance“
- Comment le professeur Tomatis explique-t-il la difficulté des Français face aux langues étrangères?
- Discutez sa théorie concernant les habitudes d'écoute et de langage. - „Les complexes (sont) souvent masqués par l'arrogance.“ Appréciation correcte? Qu'en pensez-vous?
- Avez-vous déjà fait des observations pareilles dans d'autres domaines (p.ex. le complexe d'infériorité économique...)?
- En apprenant le français quels ont été vos problèmes
personnels? -
Pourquoi d'après la sociologue Margret Blasche, les Allemands apprennent-ils les langues étrangères? - Est-ce que vous avez un motif personnel pour apprendre le français?
Nach der Bearbeitung aller Sequenzen:
- Quelles nouvelles informations l'émission vous a-t-elle apportées?
- Quels sont les détails qui vous ont frappés en particulier?
- A votre avis, quelle était l'intention des auteurs de cette émission?
- Croyez-vous qu'aujourd'hui les clichés jouent encore un rôle important dans les contacts franco-allemands?
Wortfelder
„Ordnung / ordre“
ordonné, assimiler un programme scolaire, restituer un programme scolaire, disséquer (= sezieren), un retardataire (= ein Zuspätkommender), un turbulent, un personnel spécialisé, un conseilleur d'éducation, un assistant social, un surveillant.
„Individualismus / individualisme“
la réputation d'individualiste, une association de covoiturage, une centrale de covoiturage, l'engouement (hier Wortspiel, da sowohl Begeisterung als auch Verstopfung), faire pencher la balance
„Effizienz / efficacité“
les efficacités s'additionnent, les incompréhensions culturelles, la synergie franco-allemande (= deutsch-französische Unternehmensberatung), un cadre, le planning, les idées lumineuses, la pagaille, un homologue, sauter du coq à l'âne (= sauter d'une idée à l'autre), détecter les failles (= hier etwa: die Unvereinbarkeiten aufspüren), mettre des garde-fous (= absichern, durch Geländer schützen), un travail systématique
Méthodes de travail:
à l'allemande
- trouver un concept
- se mettre d'accord sur le fond
- écouter l'avis d'un spécialiste
- prouver les choses
à la française
- y aller au feeling
- chacun travaille selon ses propres idées
- le spécialiste n'est qu'un professionnel
- „sentir“ les choses
„Arroganz / arrogance“
une arrogance teintée de chauvinisme, chauvinisme (= patriotisme agressif et exclusif), le manque d'ouverture pour les langues étrangères (= sie zeigen sich wenig aufgeschlossen), une oreille défaillante (= ein Ohr, das nicht gewohnt ist, bestimmte Frequenzbereiche bewusst wahrzunehmen).